So gelingt dir der Umstieg auf eine vegane Hundeernährung

Dass vegan nicht mehr nur ein Trend ist, das zeichnet sich seit den letzten Jahren immer mehr ab. So wurde 2022 der niedrigste Fleischkonsum seit Beginn der Verzehrs-Berechnung im Jahr 1989 aufgezeichnet.

Auch im Tierfuttersegment ist der Strukturwandel angekommen. Immer mehr Menschen entscheiden sich aus ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen, ihre Hunde vegetarisch oder vegan zu ernähren.

Du kannst dir ebenfalls vorstellen deinen Hund vegan zu ernähren - aber bist dir nicht sicher, wie Du den Umstieg optimal gestalten kannst? In diesem Blogbeitrag geben wir dir eine schrittweise Anleitung an die Hand, die dich bei deinem kompletten Umstiegs-Prozess begleitet.

Schritt 1: Die Grundlagen der Hundeernährung

Ist der Hund nicht Fleischfresser - wie der Wolf?

In den Jahrtausenden der Domestizierung der Hunde hat sich einiges in ihrem Verdauungstrakt getan. Die Ernährung wandelte sich immer mehr von einer rein fleischhaltigen Form zu einer Mischform, in der das Fleischfutter durch Kohlenhydrate und Gemüse ergänzt wurde. Mit den Jahren hat sich das Verdauungssystem des Hundes angepasst und unser vierbeiniger Freund wurde zum Allesfresser.

Das zeigt auch eine Studie aus dem Jahr 2013, die die Genome von Hunden und Wölfen untersucht hat.

Das Ergebnis lautet wie folgt:

  1. Die Enzymausschüttung beim Stärkeabbau ist bei Hunden deutlich erhöht
  2. Allgemein wird eine höhere Enzymaktivität wahrgenommen
  3. Die Glukoseaufnahme im Darm ist bei Hunden höher als bei Wölfen

Einfach gesagt bedeutet dies: Hunde haben sich an die menschliche Ernährung angepasst und können ihre Energie auch aus pflanzlichen Proteinquellen schöpfen. Dieser evolutionäre Prozess schafft die Grundlagen dafür, dass Hunde stärkehaltige Lebensmittel besser verdauen und von einer fleischreichen auf eine pflanzliche Ernährung umgestellt werden können.

Schritt 2: Unterhalte dich mit deinem Tierarzt

Die Entscheidung für ein neues Futter ist kein einfacher Schritt: Die meisten Hunde benötigen dabei einen längeren Umstellungsprozess. Gerade deshalb solltest du dich bei Unsicherheiten vorher ausreichend informieren und von deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin beraten lassen. Das ist allerdings nicht nur bei veganem Hundefutter der Fall, sondern gilt generell für die Umstellung auf ein neues fleischhaltiges Futtermittel. In jedem Fall solltest du das Gespräch mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin suchen, um über die individuelle Situation deines Vierbeiners zu sprechen.

Sollte es in deiner Tierarztpraxis des Vertrauens niemanden mit einer ernährungsphysiologische Weiterbildung geben, kannst du dich auch direkt an eine Ernährungsberatung für Hunde wenden. Gerne kannst du dafür auch uns kontaktieren. Die Ernährungsberaterin von Vutter! kann dich optimal über die unterschiedlichen Ernährungsformen informieren und dir weitere Tipps für den Umstieg geben.

Schritt 3: Auswahl des geeigneten Hundefutters

Wie bei jeder Futterumstellung solltest du dir ausreichend Zeit bei der Auswahl des geeigneten veganen Hundefutters nehmen. Bist du dir unsicher, kannst du deine Fragen auch immer an den jeweiligen Anbieter stellen.

Folgende Fragen empfehlen wir im Voraus zu klären:

Alleinfuttermittel sind speziell Futtermittel, die alle essenziellen Nährstoffe enthalten, die dein Hund für ein ausgewogenes und glückliches Leben benötigt. Sie decken den täglichen Nährstoffbedarf des Hundes vollständig ab und können als alleinige Nahrungsquelle für deinen Hund dienen. Diese Art von Hundefutter ist in der Regel als Alleinfuttermittel gekennzeichnet und erfordert keine zusätzlichen Nahrungsergänzungsmittel, sofern sie entsprechend den Herstellerempfehlungen gefüttert werden.

Ergänzungsfuttermittel sind dagegen keine eigenständige Nahrungsquelle und können nicht allein den gesamten Nährstoffbedarf eines Hundes decken. Sie werden entwickelt, um sie dem normalen Hundefutter hinzuzugeben. Diese Ergänzungen können bestimmte Vitamine, Mineralien oder andere Nährstoffe sein, die möglicherweise in der regulären Hundenahrung nicht ausreichend enthalten sind. Ergänzungsfuttermittel können beispielsweise sinnvoll sein, wenn ein Hund bestimmte gesundheitliche Bedürfnisse hat oder einer Diät mit spezifischen Anforderungen folgt. 

Kurz gesagt: Ein Alleinfuttermittel ist immer einfacher in der Fütterung. Dein Hund erhält durch die enthaltenden Vitamine und Mineralien alles an Nährstoffen, was er benötigt. 

Hunde können, wie Menschen an Allergien leiden. Bestimmte Inhaltsstoffe im Hundefutter können allergische Reaktionen wie Juckreiz, Hautausschläge, Verdauungsprobleme oder sogar Atembeschwerden hervorrufen. Häufige Allergene bei Hunden sind beispielsweise bestimmte Getreidesorten (wie Weizen oder Mais), Rindfleisch, Hühnchen, Milchprodukte oder künstliche Zusatzstoffe. Durch das Vermeiden dieser Allergene können unangenehme Symptome verhindert werden. 

Da viele dieser Produkte bei vegetarischer bzw. veganer Hundeernährung nicht enthalten sind, wird diese Ernährungsart oft für die Allergiker unter den Hunden empfohlen. 

Künstliche Konservierungs- und Farbstoffe sind in vielen Fällen gesundheitsschädlich und können bei einigen Hunden Allergien oder Vedauungsprobleme auslösen. Achte darauf, dass das Futter frei von künstlichen Zusatzstoffen ist. Ließ dabei die Zutatenliste sorgfältig und vermeide Produkte mit unbekannten chemischen Zusätzen.

Der Qualitätsanspruch eines Unternehmens spiegelt sich direkt in der Reinheit der Zutaten wider. Ein hoher Qualitätsanspruch bedeutet in der Regel strengere Kontrollen und bessere Herstellungspraktiken. Recherchiere die Philosophie und Produktionsstandards des Unternehmens. Unternehmen, die auf Transparenz und Nachhaltigkeit setzen, liegt auch oft die Qualität des Futters zugunsten der tierischen Gesundheit am Herzen. Suche online nach Kundenbewertungen oder Erfahrungsberichten über das Produkt und informiere dich über eventuelle Rückrufaktionen oder Beschwerden.

Für die Gesundheit deines Hundes ist es von großer Bedeutung, dass das alltägliche Futter über eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung verfügt. Um Mangelerscheinungen bei deinem Vierbeiner vorzubeugen, müssen alle essenziellen Nährstoffe in den richtigen Mengen enthalten sein. Prüfe die Deklaration der Nährstoffe auf der Verpackung und stelle damit sicher, dass das Futter alle notwenigen Proteine, Fette, Vitamine und Mineralstoffe enthält. Falls du dir unsicher bist, kann dir ein Gespräch mit deinem Tierarzt oder einem Ernährungsberater für Haustiere dabei helfen, die optimale Zusammensetzung des Futters für deinen Hund zu finden.

Aminosäuren sind die Bausteine von Proteinen und spielen eine zentrale Rolle in nahezu allen biologischen Prozessen im Körper deines Hundes. Dein Vierbeiner benötigt insbesondere die Aminosäuren Taurin und L-Carnitin. Achte darauf, dass das Futter diese Aminosäuren enthält oder ergänze sie bei Bedarf.

Lebensmittel sowie auch Futtermittel für Tiere werden nach ausgiebiger Prüfung und einem positiven Ergebnis mit einem Siegel oder einem Zertifikat versehen. Zertifizierungen geben dir eine zusätzliche Sicherheit, dass das Futter bestimmten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entspricht. Sie sind ein Hinweis darauf, dass das Produkt unabhängig geprüft und als sicher und nahrhaft befunden wurde.

Die Art der Deklaration auf dem Etikett gibt Auskunft darüber, wie transparent die Inhaltsstoffe des Futters aufgelistet sind. Eine Einzeldeklaration listet jede Zutat separat auf, während eine Gruppendeklaration mehrere ähnliche Zutaten unter einem Begriff zusammenfasst. Du solltest unbedingt Futtermittel mit Einzeldeklaration bevorzugen, da dies mehr Transparenz über die enthaltenen Inhaltsstoffe bietet. So kannst du besser nachvollziehen, welche Rohstoffe verwendet wurden und wie die Qualität einzuschätzen ist.

Hund mit ausgestreckter Zunge auf Wiese

Diese Fragen helfen dir, herauszufiltern, ob dein Hund das Futter zum einen verträgt, aber zum anderen auch, ob das Futter eine hochwertige Qualität hat. Nur, wenn beides zutrifft, ist das Futter für deinen Hund geeignet. 

Übrigens: Dies gilt natürlich für jede Futterauswahl - auch herkömmliches Futter mit Fleisch(-nebenerzeugnissen) muss sowohl mit seiner Qualität überzeugen, darf aber ebenfalls keine Allergien bei deinem Hund auslösen. 

Schritt 4: Langsame Umstellung

Hunde haben ein empfindliches Verdauungssystem, das stark auf Veränderungen in der Ernährung reagieren kann. Das gilt besonders dann, wenn du deinen Vierbeiner über einen langen Zeitraum mit dem selben Futter gefüttert hast. Deshalb solltest du in jedem Fall vermeiden das bekannte Futter deines Hundes von einem auf den nächsten Tag komplett zu ersetzen. Durch eine schrittweise Umstellung reduzierst du das Risiko von Magen-Darm-Beschwerden und stellst sicher, dass dein Hund die neue Nahrung gut aufnimmt. Eine langsame Anpassung ermöglicht es der Darmflora deines Hundes, sich allmählich an die neuen Nahrungsbestandteile zu gewöhnen. Außerdem kannst du mit der schrittweisen Einführung veganer Mahlzeiten beobachten, wie dein Hund darauf reagiert und, falls nötig, früh genug eingreifen und Rücksprache mit deinem Tierarzt halten.

Eine Futterumstellung sollte nie von heute auf morgen zu 100 % umgesetzt werden. Wir empfehlen dir und deinem Vierbeiner mindestens folgende Richtlinien einzuhalten, wenn du beginnst, Vutter! zu füttern.

Tag 1+2: 75 % bisheriges Futter und 25 % Vutter!

Tag 3+4: 50 % bisheriges Futter und 50 % Vutter!

Tag 5+6: 25 % bisheriges Futter und 75 % Vutter!

Ab Tag 7 kannst Du deiner Fellnase 100 % Vutter! geben.

Schritt 5: Regelmäßige Beobachtung

Zum Schluss ist eins noch besonders wichtig: Jeder Hund ist anders, und es kann einige Zeit dauern, bis du die perfekte Ernährung für deinen vierbeinigen Freund gefunden hast. Sei geduldig und bereit, Anpassungen vorzunehmen, falls nötig. Wenn du merkst, dass dein Hund die Umstellung auf das neue Futter nicht verträgt solltest du zunächst wieder auf sein bisheriges Futtermittel zurückgreifen. Sprich mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin und gehe die Umstellung in Zukunft etwas langsamer an.

Alles Wichtige im Überblick

Eine Ernährungsumstellung bei deinem Hund kann in jedem Fall eine Herausforderung sein - ob nun vegan oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Mit der richtigen Vorbereitung und Sorgfalt ist das aber gar nicht so schwer: Informiere dich gründlich, wähle hochwertige Produkte, beobachte die Gesundheit deines Hundes und sei flexibel. Mit diesen Schritten schaffst du die Grundlage für ein glückliches und erfülltes Hundeleben.